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Kein baulicher Anlass für die Schließung des „Forum Konkrete Kunst“ in der Erfurter Peterskirche gegeben

 
2016-07-19

Eine zutiefst missverständliche Berichterstattung in der Thüringer Allgemeinen vom 9. und 15. Juli 2016 veranlasst die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zu einer Klarstellung:

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat sich grundsätzlich bereiterklärt, sich in die BUGA-Überlegungen der Stadt Erfurt für den Petersberg einzubringen. Dabei soll die Peterskirche zukünftig im Sinne ihrer gegebenen Potentiale verstärkt „erlebbar“ werden.

Allerdings ist dies derzeit nicht aktuell. Denn wie Frau Bürgermeisterin Tamara Thierbach selbst in ihrem Interview äußerte, weiß sie derzeit nicht, „was dort oben noch passieren wird“, und weiter wörtlich „erst muss ein Konzept her“. Insofern sind die Vorschläge unserer Stiftung zur Sichtbarmachung der einmaligen gotischen Wandmalereien im Innern tatsächlich Zukunftsüberlegungen, die mit dem „Forum Konkrete Kunst“ nichts zu tun haben. Die Grundlagen unserer Überlegungen sind seit Monaten publiziert und als Dokumentation  für jede gute journalistische Recherche abrufbar.

Ein anderer Fall ist die Schließung des „Forum Konkrete Kunst“, zu der uns die Stadt Erfurt am 23. Mai 2016 folgendes mitgeteilt hat:

„Die uns vorliegenden arbeitsplatzbezogenen Gefährdungsanalysen erlauben uns keinen Einsatz festen Personals“ und weiter: „Folgender Weg zeichnet sich aus Sicht der Kulturdirektion als Nutzerin momentan ab:

  • ab Oktober Winterschließzeit über die kalten Monate
  • danach, solange wir über Kunstwerke verfügen und Restaurierungsarbeiten dies nicht vereiteln, regelmäßige Kuratoren- und/oder Denkmalführungen
  • keine regulären Öffnungszeiten“.

Darauf reagierte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in einem offiziellen Schreiben an die Stadtverwaltung vom 2. Juni 2016 unter anderem mit folgenden Feststellungen:

„Wir möchten in diesem Zusammenhang betonen, dass aus baulicher Sicht gegenwärtig keine Einschränkung der weiteren Betreibung als Forum Konkrete Kunst besteht. Es war gerade diese Nutzung, die sich in den vergangenen 20 Jahren mit den schwierigen Rahmenbedingungen der Peterskirche zurechtgefunden hat, auch wenn dies für die Personen sicherlich nicht einfach gewesen ist.“ Und weiter: „Im Hinblick auf die gegenwärtige Nutzung durch die Konkrete Kunst kommt Ihr Vorschlag einer Schließung sehr nahe. Grundsätzlich würde die Schlösserstiftung es natürlich begrüßen, wenn das bisherige Modell auch im nächsten Jahr noch fortgeführt werden könnte, bevor möglicherweise im Zuge der BUGA-Vorbereitungen tatsächlich bauliche Aspekte eine vorübergehende Schließung der Peterskirche erforderlich machen.“

Abschließend ist festzustellen, dass die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten aufgrund der Schließung des „Forum Konkrete Kunst“ in großer Sorge ist, dass mit Abschaffung der regulären Öffnungszeiten die Zugänglichkeit der Peterskirche eingeschränkt werden könnte. Der Öffentlichkeitsauftrag ist ein zentrales Anliegen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die Unauflöslichkeit der Einheit von Kunst und Kirche dürfte im Fall „Peterskirche“ schon inhaltlich für jeden nachvollziehbar sein. Die kolportierte These „Kirche ja – Kunst nein“, trifft daher nicht einmal im Ansatz zu.

 
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