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Saisoneröffnung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 
2016-05-09

am Europatag, 9. Mai 2016, im Sommerpalais und Fürstlich Greizer Park

Die diesjährige Saisoneröffnung der Thüringer Schlösser und Gärten im Sommerpalais und Fürstlich Greizer Park bietet Anlass zu besonderer Freude. Denn genau vor drei Jahren präsentierte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten die Bereiche, um die es auch in diesem Jahr gehen soll: Den Blumengarten und den sogenannten Pleasureground am Sommerpalais. Kurz nach ihrer Präsentation wurden sie und weite Teile des Parks durch das Hochwasser 2013 zerstört. Jetzt sind sie weitgehend wiederhergestellt.

Die beiden Bereiche gehören der letzten bedeutsamen Phase des Greizer Park ab 1873 an. Damals wurde der Landschaftspark durch den späteren Gartendirektor Rudolph Reinecken neu gestaltet.

Wie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich, waren in Landschaftsgärten die Areale um die zugehörigen Schlösser besonders aufwendig gestaltet. Auch in Greiz charakterisieren ornamentale Blumenbeete und akkurat gepflegte Rasenflächen die Umgebung des Sommerpalais. Hinzu kamen schmückende Kübelpflanzen.

Der Blumengarten und der Pleasureground waren von 2011 bis 2013 mit rund 900.000 Euro aus Förderprogrammen des Bundes und des Thüringischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie aufwendig restauriert worden. Doch dann kam im Juni 2013 das Hochwasser, das alle Mühen zunichtemachte. Die Schäden waren verheerend: vollkommen ausgespülte Wege, Unmassen Geröll und Schlamm im Park, umgestürzte Bäume, zerstörte Beete.

Nun mussten die Arbeiten von vorne beginnen. Freiwillige Helfer unterstützten in den ersten Tagen tatkräftig die dringenden Aufräumarbeiten und halfen dabei, die Wege zunächst provisorisch wieder begehbar zu machen. Schnell begannen die Sanierungsarbeiten, die nun weite Teile des Parks betrafen. Wege wurden vollständig neu aufgebaut und mit wassergebundenen Decken versehen, Beete und Gehölzpflanzungen saniert und erneuert. Vielerorts musste auch die feine Bodenmodellierung wieder herausgearbeitet werden. Wichtige Zwischenetappen waren die Wiedereröffnung der zerstörten Luftbrücke und die Wiederherstellung der anspruchsvollen Schmuckbeete am Sommerpalais. Auch die beschädigte Infrastruktur der Parkgärtnerei konnte erneuert werden.

Ein Großteil ist geschafft. Es fehlen nur noch einige wenige Bereiche, darunter der Dammweg zwischen Küchenhaus und Luftbrücke, der Mittelweg zum Parksee und der Hauptweg zum Sommerpalais, deren Wiederherstellung im Frühsommer beginnt. Auch die Erneuerung des Zulaufs zum Parksee, die Restaurierung der Fürstenquelle und letzte Ersatzpflanzungen stehen noch aus. Die Maßnahmen werden finanziert aus dem Ausbauhilfefonds des Bundes und der Länder zur Beseitigung der Schäden infolge des Hochwassers 2013. Die Ausgaben im Rahmen dieser Förderung belaufen sich bislang auf 1,35 Millionen Euro. Davon wurde rund eine Million Euro für den Garten aufgewendet. Einschließlich der bevorstehenden Sanierung des Parkgewächshauses und präventiver Hochwasserschutzmaßnahmen bis voraussichtlich 2019 wird mit einer Gesamtsumme von etwa 4,4 Millionen Euro gerechnet.

 

Verleihung des Christian-August-Vulpius-Preises 2016
Mäzenatenpreis der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

In diesem Jahr geht der Christian-August-Vulpius-Preis an zwei Preisträger, die sich mit spontanen und großzügigen Spenden um die Wiederherstellung des Fürstlich Greizer Parks nach dem verheerenden Hochwasser 2013 verdient gemacht haben. Sie werden stellvertretend für die zahlreichen Helfer und Unterstützer nach dem Hochwasser gewürdigt.

Geehrt werden Herr Jochen Peter aus Gotha und der von ihm gegründete Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein. Es gehört zu den Gepflogenheiten von Vereinen, sich einem gemeinnützigen Zweck für eine bestimmte Sache oder ein Objekt zu verschreiben, in der Regel mit viel Hingabe und persönlichem Engagement. Eher ungewöhnlich ist es, dass ein Verein sich für eine „fremde“ Sache engagiert. So aber reagierte der Gothaer Freundeskreis nach dem Hochwasser 2013, als die verheerenden Bilder in den Medien zu sehen waren. „Man muss etwas tun“, war die spontane Reaktion von Jochen Peter. Und er handelte, sammelte Gelder für die Wiederherstellung des Fürstlich Greizer Parks. Mehr als 160.000 Euro kamen in kürzester Zeit zusammen und wurden der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zur Verfügung gestellt. Dies möchte die Stiftung mit dem Christian-August-Vulpius-Preis würdigen.

Doch auch private Persönlichkeiten reagierten spontan, mit Summen, die nicht selbstverständlich sind. Wie die 10.000 Euro von Herrn Dr. Eberhard Schwarz aus Hannover. Herr Dr. Schwarz hat Wurzeln nach Greiz. Er lebte in dieser Stadt 1932 bis 1946. Seine Familie betrieb dort eine chemische Fabrik, die nach 1945 enteignet wurde. So wuchs Herr Dr. Schwarz in Westdeutschland auf, am Mittelrhein. Getreu der Familientradition wurde er Geschäftsführer einer chemischen Firma. Seit 2000 lebt Herr Dr. Schwarz nun in Hannover. Auch die Verleihung für diesen ganz persönlichen Einsatz steht stellvertretend für die zahlreichen anderen privaten Hilfsangebote.

Der Preis wird seit 13 Jahren verliehen. Geehrt werden Personen oder Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Anlagen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowohl durch finanzielle Förderung als auch persönliches Engagement verdient gemacht haben.

 
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