Herbstsymposion 2021

Stuck ohne Grenzen. Mobile Handwerkskünstler in Schlössern der Frühen Neuzeit

Herbstsymposion der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Gotha, 22./23. Oktober 2021

Stuck, eine bereits im Mittelalter verbreitete Technologie, gehörte spätestens seit dem 16. Jahrhundert zu den unverzichtbaren Gattungen repräsentativer Raumkunst. Im Zusammenspiel mit Malerei sowie Holz-, Textil- und anderen Künsten erfuhr sie große Aufmerksamkeit seitens der fürstlichen Bauherren. Die Erwartungen an die Entwürfe und Standards der Ausführungsqualität stiegen und verfeinerten sich. Ausführende waren oft wandernde Spezialisten.

Die Fürsten auf dem Gebiet des heutigen Thüringen engagierten vor allem im 17. und frühen 18. Jahrhundert vorrangig Stuckateure italienischer Abstammung und Ausbildung. Sie sind oft über Jahre immer wieder in der Region nachweisbar, legten aber auch eine große überregionale Mobilität an den Tag. Dabei spiegeln die Wanderschaften nicht selten dynastische Beziehungen wieder. Aber auch Statusansprüche von Herrschaftshäusern, Konkurrenzbeziehungen und der Wunsch nach Ebenbürtigkeit auf der Ebene des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, aber auch Europas, lassen sich anhand des Rückgriffs auf etablierte Künstler nachvollziehen.

Die Tagung untersucht, ausgehend von den in Thüringen zu beobachtenden Phänomenen, anhand von Überblicksüberlegungen und Fallbeispielen den mit der Stuckateurskunst verbundenen Kulturtransfer. Dabei spielen einzelne Biografien und Itinerare eine Rolle, aber auch Aspekte der Ausbildung, des technologischen Wandels und der künstlerischen Kooperation mit Architekten und Künstlern anderer Gattungen bis hin zur wirtschaftlichen Situation der Ausführenden im sozialgeschichtlichen Vergleich.

Referenten und Vortragsthemen

Referenten und Vortragsthemen

Dr. Doris Fischer (Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten)
Einführung

Prof. Dr. Britta Kägler (Passau)
Migration und Stuck. Eine Handwerkskunst aus sozialgeschichtlicher Perspektive

Dr. Barbara Rinn-Kupka (Deichdorfmuseum Bislich)
Stuckateur – Ein Berufsbild und seine Bedingungen in der Frühen Neuzeit

Torsten Veit M.A. (Universität Greifswald)
Wandernde Stuckateure – Wandernde Motive? Wessobrunner Arbeiten östlich der Elbe im 18. Jahrhundert und deren Auswirkungen auf Fragen zu Schulbegriff und Motivtransfer

Dr. Hermann Neumann (Bayerische Schlösserverwaltung, München)
Stuck als Medium des Technologietransfers. Material, Arbeitsweise, Kunstfertigkeit

Eric Hartmann (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam)
Vom Zeichenstift zum Spachtel. Der Weg vom Entwurf zum Kunstwerk

Dr. Stefanie Leibetseder (Berlin)
Schmuck und Botschaft – Stuckornamente im Kontext der Konventionen von Architektur und Bauschmuck

Dr. Verena Friedrich (Universität Würzburg)
Selbstbehauptung in Gips – Thüringen als Stuckregion zwischen Preußen und Franken

Uta Schaubs (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Erfurt)
Der Schein, das Sein und die künstlerische Freiheit. Umgestaltungen – Ergänzungen – Denkmalpflege

Udo Hopf (Weimar)
Stuck für Herzog Friedrich I. – „Italiener“ und „Berliner“ in den Schlössern Friedenstein und Friedrichswerth

Festvortrag
Dr. Samuel Wittwer (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam)
Gipsbirnen und Zuckerrocaillen. Ein Streifzug durch die Verbindungen von Stuck- und Tafelkunst

 

Nach der Veranstaltung wird es ein Jahrbuch mit allen Vorträgen des Herbstsymposiums geben. Die Jahrbücher der vorangegangenen Jahre finden Sie in unserem Shop.

Anmeldung und Teilnahme

Vorgesehen sind eineinhalb Vortragstage sowie ab Samstagmittag Führungen und eine Exkursion. Sie können sich per E-Mail an veranstaltungen@thueringerschloesser.de zu der Tagung anmelden.

Die derzeitige pandemische Lage zwingt uns leider dazu, den Zutritt nur nach Vorlage eines bestätigten COVID-19-Tests bzw. eines Impf- oder Genesungsnachweises zu ermöglichen. Da uns nur begrenzte Platzkapazitäten zur Verfügung stehen, werden wir die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eintreffens berücksichtigen. Ihre Anmeldung wird durch uns bestätigt und ist mit dem Eingang der Tagungsgebühr gültig.

Das Programm im Detail und die Tagungsgebühr werden in Kürze hier veröffentlicht.

Stiftung
Thüringer Schlösser und Gärten

Veranstaltungsmanagement
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