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Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Sondershausen

Schloss Sondershausen mit Park, Kyffhäuserkreis

 

Residenz des Hauses Schwarzburg-Sondershausen. Anstelle einer mittelalterlichen Burg seit dem 16. Jahrhundert erbaute vierflügelige Schlossanlage mit Bausubstanz aus sieben Jahrhunderten. Park mit historischen Gebäuden: barockes Achteckhaus (ehemaliges Karussell), klassizistischer Marstall

Die Residenz- und Musikstadt Sondershausen war 562 Jahre lang im Besitz der Grafen von Schwarzburg. Unter dem von 1526 bis 1552 regierenden Grafen Günther festigten die Schwarzburger ihre Stellung im Reich und bauten die auf einer Anhöhe liegende mittelalterliche Burg der Honsteiner Grafen zu einem repräsentativen Renaissanceschloss aus. Im Laufe der Zeit vergrößerten die Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen ihre Hauptresidenz und legten dabei stets allergrößten Wert auf eine repräsentative Ausstattung.

So wuchs die nur von einer Dynastie geprägte unregelmäßige Vierflügelanlage zu dem heute bau- und kunstgeschichtlich bedeutendsten Schlosskomplex Nordthüringens. Die besondere Wertschätzung dieses stadtprägenden herrschaftlichen Ensembles wurzelt in der Addition und Verflechtung von Bausubstanz aus mehreren hundert Jahren. Anders als etwa in Gotha, wo der Grimmenstein durch Schloss Friedenstein komplett ersetzt wurde, hat Schloss Sondershausen sein heutiges Gesamtbild vielen Epochen herrschaftlichen Bauens zu verdanken.

Dreh- und Angelpunkt dieser Entwicklung ist der Schlossturm, der auf einen um 1300 errichteten Wohnturm der Burg zurückgeht. Wurde auf dem Schlossberg gebaut, wurde immer auch der Turm nutzungsbedingt einbezogen. Einzigartig in diesem ältesten Teil des Schlosses ist das mit üppiger Stuckdekoration ausgestattete „Gewölbe am Wendelstein“ im ersten Obergeschoss. Gestaltet mit allegorisch-mythologischen Motiven, legt der Raum eine frühere Nutzung als Studierzimmer nahe. Zu weiteren Höhepunkten eines Rundganges durch die großteils museal genutzte Gesamtanlage gehören: der ab 1695 entstandene, mit 16 überlebensgroßen Figuren antiker Gottheiten und mehr als 20 Deckengemälden mythologischen Inhalts geschmückte Riesensaal, der gleichfalls als Festsaal genutzte, in den Landesfarben blau-weiß begrüßende Blaue Saal, die Schlosskapelle mit Empore, Kanzel und Fürstenstuhl sowie das um 1835 aus dem einstigen Tafelgemach entstandene Liebhabertheater.

Erst seit wenigen Jahren ergänzen mit dem restaurierten „Steinzimmer“ und dem „Römischen Zimmer“ zwei weitere bemerkenswerte fürstliche Repräsentationsräume den Museumsrundgang. Das als „thüringisches Bernsteinzimmer“ geadelte Steinzimmer verdankt seinen Namen dem aus der Region stammenden Kalksteinplättchen, die – von Hand geschliffen und poliert – jene nobel-glänzende Oberfläche hervorbringen, wie sie nun wieder zu bewundern ist. Das Römische Zimmer oder auch Perspektivzimmer wird so wegen der Malereien an den Wänden bezeichnet, die vermeintliche römische Stadtansichten darstellen. Deren tiefer Fluchtpunkt bewirkt eine illusionistische Erweiterung des Raumes, den eine gemalte Scheinkuppel mit Balustrade nach oben abschließt. Unter den fürstlichen Baulichkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft der Vierflügelanlage ragt nahe dem stattlichen Marstall das 1709/10 errichtete Achteckhaus heraus. 1999 aufgrund akuter Einsturzgefahr gesperrt, zeigt sich der 23 Meter hohe Fachwerkbau jetzt außen und innen wieder als das, was sich schon der fürstliche Bauherr davon wünschte: als prächtiger Musentempel.

Das Innere des Hauses wird von zwei Emporen, acht korinthischen Säulen und einem von Stuckaturen gerahmten Fresko an der Decke geprägt. Das einst von Lazaro Maria Sanguinetti geschaffene Gemälde „Triumph der Venus“ öffnet auch in der Kopie, welche Mitte des 20. Jahrhunderts notwendig geworden war, den Besuchern den Blick in den gesamten Götterhimmel des Olymp. Das Achteckhaus erweist sich seit seiner Sanierung als idealer Ort zur Pflege der einheimischen Musiktradition. Bereits im 16. Jahrhundert waren Musiker und Sänger am Sondershäuser Hof bedienstet. Im 19. Jahrhundert war Franz Liszt häufig zu Gast, um die gelungenen Interpretationen seiner neuartigen und schwierigen Werke mit zu erleben. In seiner Begeisterung über die Hofkapelle sprach er vom „großen Wunder, eingesperrt in einer kleinen Stadt“. Berühmtester Dirigent des aus der Hofkapelle hervorgegangenen Loh-Orchester war Max Bruch.

Aus der Vogelperspektive gesehen, beschließt das Achteckhaus ein am Westflügel des Schlosses beginnendes Rasenparterre, aus dessen Mitte eine Fontäne entspringt. Dieses Areal bezeichnet etwa die Lage des früheren Lustgartens. Ganz in der Nähe standen auch das 1945 zerstörte Orangenhaus sowie Gewächshäuser. Berühmt war der Sondershäuser Hof für seine Erfolge in der Ananaszucht, so dass die exotischen Früchte bei fürstlichen Treffen zu attraktiven Mitbringseln wurden. Am Fuße des Schlossberges breiten sich auf etwa 30 Hektar mit dem Lohplatz und dem Lohpark einstmals fürstliche Parkanlagen aus. Mit dem Auftreten von Garteninspektor Dr. Tobias Ekart im Jahr 1836 begann die Umgestaltung der bisherigen Anlagen in einen „mit allem Schmuck der Landschaftsgärtnerei“ ausgestatteten Park für jedermann. Weil Witterungsunbilden das begonnene Werk mehrfach vernichteten und die Kosten in die Höhe trieben, kam es schließlich zu Unstimmigkeiten mit dem Hofmarschallamt und der vorzeitigen Pensionierung Ekarts.

Wiewohl für neue Planungen zunächst der berühmte königliche Gärtner Peter Joseph Lenné ins Gespräch gebracht wurde, betraute man schließlich den Weimarer Hofgärtner Carl Eduard Petzold mit der Aufgabe. Sein 1851 vorgelegter Entwurf wurde angenommen und alsbald mit dessen Umsetzung begonnen. Mit der 1994 besiegelten Übernahme von Schloss und Park Sondershausen in ihren Bestand sieht sich die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten auch in der Pflicht, den im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Schlosspark in Anlehnung an das Werk Petzolds wieder instand zu setzen.

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Schloss Sondershausen


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F: 0 36 32/62 24 04
schloss@sondershausen.de

Schloss und Park

Parkmöglichkeiten
2 Parkplätze mit 90 Plätzen,
Parkhaus "Galerie am Schlossberg",
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Schlossmuseum mit Kunstsammlungen
Möbel, Gemälde, Kunsthandwerk in historischen Raumfassungen von der Renaissance bis zum Historismus, Schwarzburger Ahnengalerie, Stadt- und Landesgeschichte, Musikgeschichte, Sonderausstellungen

T: 0 36 32/62 24 20
F: 0 36 32/62 24 10
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@sondershausen.de

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Di-So 10-17 Uhr
Oster- und Pfingstmontag geöffnet
24., 25., 31.12. und 1.1. geschlossen
Führungen für Einzelpersonen und Gruppen nach vorheriger Anmeldung

Eintrittspreise
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Einzelkarte ermäßigt 4,- €
Familienkarte, max. 5 Pers. 9,- €
Sonderausstellung 2,- €
Einzelbesucher der Mikwe 2,- €
Freitag Einzelbesucher 14-17 Uhr 2,- €
Gruppen ab 15 bis 29 Pers.
4,- €/Pers.
Schulklassen- und Seminargruppenkarte 15,- €

Führung Schlossmuseum:
Einzelperson 2,- €/Pers.
Gruppen bis 29 Pers. 30,- €

Freier Eintritt

Kinder bis 6,- €
Begleitperson Schwerbehinderter
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Presse auf Anmeldung

Museumspädagogik
Schülergruppen 20,- Euro
Kindergarten 10,- Euro
Einzelkind 2,- Euro
Kindergeburtstag max. 12 Kinder a 8,- €

Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen
Musiktheater-Inszenierung der Theater Nordhausen/ Loh-Orchester Sondershausen GmbH im Schlosshof, Konzerte des Loh-Orchesters im Achteckhaus

T: 0 36 32/77 00 06
F: 0 36 32/77 00 01
schmidt@schlossfestspiele-sondershausen.de

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