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Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Gotha

Schloss Friedenstein mit Herzoglichem Park, Landkreis Gotha

 

Residenz der Herzöge von Sachsen-Gotha, zwischen 1643 und 1654 als ursprünglich vierflügelige Schlossanlage auf dem Standort der früheren Burg Grimmenstein errichtet. Größter Schlossbau Thüringens. Ekhof-Theater mit barocker Bühnenmaschinerie, herausragende Raumkunstwerke des 17. bis 19. Jahrhunderts. Herzoglicher Park mit barocker Orangerieanlage, exotischer Pflanzensammlung und Landschaftspark

Das Herzogtum Sachsen-Gotha entstand mitten im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Ernst I., genannt „Der Fromme“, schuf während seiner Regierungszeit (1640-1674) ein für die damalige Zeit vorbildliches Staatswesen. Der Name des von ihm in Auftrag gegebenen, in rund 13 Jahren Bauzeit errichteten Schlosses „Friedenstein“, war Programm. Eine Widmungsinschrift über dem stadtseitigen Hauptportal des Schlosses sowie die darüber angebrachte „Friedenskuss“-Reliefkartusche mit dem umlaufenden Spruch „Friede ernehret – Unfriede verzehret“, geben davon Kunde bis heute.

Die monumental wirkende, im Umfang 140 x 110 Meter messende Anlage ist nicht nur der größte Schlossbau Thüringens, sie zählte zu den herausragenden Architekturen des 17. Jahrhunderts im gesamten Reich. Kaum ein anderer Fürst im Rang des Bauherrn verfügte in jener Zeit über eine vergleichbare Residenz. Für die Redlichkeit des Regenten spricht, dass er mit den im Archiv aufbewahrten „Moralischen Gewissensskrupeln“ ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte, das ihm für das in Kriegszeiten wahrscheinlich nicht unumstrittene voluminöse Bauvorhaben Rückhalt geben sollte – und gab.

Noch vor dem Eintritt in den mit 54 Arkadenbögen und einem Zyklus von Wappen ausgestatteten Schlosshof empfängt auf der mit einer Wasserkunst gekrönten Stadtseite der 1904 in Bronze gegossene Herzog Ernst I. die Besucher. Wiewohl der Regent schon als junger Prinz ein überzeugter und streng praktizierender Christ gewesen sein soll, nannte man ihn den „Frommen“ nicht wegen seiner Gottergebenheit - dafür war zuweilen der leicht spöttelnde Begriff „Bet-Ernst“ zu vernehmen. Im Alltagsverständnis jener Zeit war „fromm“ vielmehr ein Sammelbegriff für gute Gesinnung, moralisch zweifelsfreie Lebensführung, Mut, Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit, Sparsamkeit und korrekten Umgang mit niederen Untertanen wie den Zugehörigen der besser gestellten Stände.

Der Grundstein für das nach Entwürfen von Caspar Vogel zwei- bzw. dreigeschossig gebaute Schloss wurde im Herbst 1643 feierlich gelegt, kaum drei Jahre danach zog die fürstliche Familie mit ihrem Hofstaat bei fortdauerndem Baubetrieb in dem zuerst fertiggestellten Nordflügel ein. 1656 war die auf einem 332 Meter hohen Plateau entstandene großzügige Vierflügelanlage komplett (der von zwei pavillonartigen Türmen begrenzte, als Reithaus genutzte eingeschossige Südflügel stand nur bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts). An der Erstausstattung, die nachfolgende Generationen dem Zeitgeschmack folgend von bedeutenden Künstlern und gerühmten Handwerkern mehrfach verändern ließen, wurde noch weitere zehn Jahre gearbeitet.

Im Inneren des Schlosses, dessen bauliche Betreuung die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Jahr 2004 übertragen bekommen hat, laden der mit reichem Stuckdekor ausgestattete Thronsaal, herzogliche Audienz- und Arbeitszimmer, das Museum für Regionalgeschichte, das Schlossmuseum mit teils berühmten Gemälde-, Grafik-, Porzellan-, Münz- und völkerkundlichen Sammlungen sowie das kartografische Museum zu Rundgang und Besichtigung ein.

Im Westturm ist das nach dem „Vater der deutschen Schauspielkunst“, Konrad Ekhof (1720 - 1778) benannte, bis in die Gegenwart bespielte Barocktheater zu finden. In dem 1677 ausgebrannten, und danach mit anderem Dach wiederaufgebauten Ostturm ist der 1687 eingerichtete Pfeilersaal mit originaler Bibliotheksausstattung zu sehen. Sie ist Bestandteil der zur Erfurter Universität gehörenden Forschungs- und Landesbibliothek.

Dass das anstelle der Festung Grimmenstein errichtete Schloss Friedenstein zu seiner Entstehungszeit noch von großzügig angelegten Wehr- und Befestigungsbauten umgeben war, ist heute nicht mehr wahrzunehmen – außer an einem ausgeklügelten, etwa 2,5 Kilometer langen System unterirdischer Wehrgänge.

Die Festungsanlagen wurden ab 1772 zum großen Teil abgetragen, was auch Platzgewinn für das Anlegen von Gartenanlagen bedeutete. Der erste verbürgte Garten war der sogenannte Schlosswallgarten vor der Ostseite des Schlosses. Er verschwand vermutlich mit der Entfestigung im Jahr 1772. Eine der ältesten noch erhaltenen Gartenanlagen von Schloss Friedenstein ist der ab 1747 östlich vom Schloss entstandene Orangeriegarten. Eine neue Qualität erlangten die zum Schloss gehörenden Gärten unter der Regierung von Fürst Ernst II., der sein Amt 1772 antrat.

Von einer Englandreise reichlich mit Anregungen ausgestattet, ließ er einen Englischen Garten anlegen, dessen Zentrum ein langgezogener Teich ist. Auf der Fläche des einstigen Küchengartens wurde 1864 das Naturkundemuseum erbaut. Die erst im 20. Jahrhundert angelegten Flächen nördlich und südlich vor den Auffahrten zum Schloss wurden mehrfach umgestaltet. Die Park- und Gartenanlagen rund um Schloss Friedenstein sind ein Zeugnis verschiedener Epochen der Gartenkunst und in dieser Komplexität einmalig in Thüringen.

Kontakt

Schlossverwaltung
Schloss Friedenstein mit Herzoglichem Park Gotha

Frau Seeber
PF 10 03 19
99853 Gotha

Parkallee 4
99867 Gotha

Achtung! Neue Telefonnummer:
T: 0 36 21/82 34 150
F: 0 36 21/82 34 151
schlossverwaltung
@schlossfriedenstein.de


Parkverwaltung
Schloss Friedenstein mit Herzoglichem Park Gotha

Herr Scheffler
Orangerie, Friedrichstraße 6 b
99867 Gotha

T: 0 36 21/50 32 50
F: 0 36 21/50 32 51
parkverwaltung
@schlosspark-gotha.de

Fördervereine

Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e.V.
T: 0 36 21/2 50 05

www.fksf.de

„Orangerie-Freunde“ Gotha e.V.

T: 0 36 21/82 34 150

www.orangerie-gotha.de

Museumslöwen -  Gemeinschaft zur Förderung des Museums der Natur Gotha e.V.
T: 0 36 21/82 34-690

mail@museumsloewen.de
www.museumsloewen.de

Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V.
T: 0 36 21/30 80 24
0 36 21/7 37 55 63

www.freundeskreis-forschungsbibliothek-gotha.de

Schloss und Park

Parkmöglichkeiten
gebührenpflichtige Parkplätze an der Südseite des Schlosses

Schlossmuseum mit herzoglichen Kunstsammlungen und historischen Wohnräumen
Historisches Museum, Ekhof-Theater, Museum der Natur, Herzogliches Museum


Öffnungszeiten
Apr-Okt: Di-So 10-17 Uhr
Nov-Mär: Di-So 10-16 Uhr
24.12. und 31.12. geschlossen

Eintrittspreise
Einzelkarte „Friedenstein-Karte“ (inkl. Schlossmuseum, Historisches Museum, Museum der Natur, Ekhof-Theater, Sonderausstellungen)
10,- Euro
ermäßigt 4,- Euro,
Einzelkarte „Modul“ (Museum der Natur oder Ekhof-Theater oder Herzogliches Museum oder Sonderausstellung oder Vortrag/Veranstaltung)
5,- Euro
ermäßigt 2,50 Euro,
Jahreskarte 30,- Euro
ermäßigt 25,- Euro
Touristenticket 7,50 Euro
weitere Gruppentarife im Angebot
Kinder bis 16 Jahre freier Eintritt in Begleitung eines Erwachsenen

Besucherservice für alle Museen

T: 0 36 21/82 34 0
F: 0 36 21/82 34 290
service@stiftung-friedenstein.de

www.stiftung-friedenstein.de

Museumspädagogik

T: 0 36 21/82 34 550
F: 0 36 21/82 34 190

Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, Forschungsbibliothek Gotha

Mo-Fr 9-20 Uhr
Sa 9-13 Uhr

T: 0 36 21/30 80-0
F: 0 36 21/30 80-38
bibliothek.gotha@uni-erfurt.de

www.uni-erfurt.de/bibliothek/fb

Schlosskirche

Mi 11-15 Uhr

T: 0 36 21/74 12 95
F: 0 36 21/73 74 43
goedecke@kirchengemeinde-gotha.de

www.kirchengemeinde-gotha.de

Anfragen Öffnung/Gruppenführung
T: 0 36 21/30 29 15

Gaststätte Pagenhaus

Di-Sa 11-22 Uhr
So 11-17 Uhr

T: 0 36 21/40 36 12
F: 0 36 21/40 36 13

www.restaurant-pagenhaus.de

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