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Strahlende Fassaden auf der Wasserburg Kapellendorf

 
2017-09-08

Außenrestaurierung am Justiz- und Rentamt beendet

Pünktlich zum Tag des offenen Denkmals empfangen auf der Wasserburg Kapellendorf die in frischem Glanz strahlenden Fassaden des Justiz- und Rentamts die Besucher. Wenn in der nächsten Woche wieder Wasser im Burggraben steht, ist das Bild dann perfekt. Rund 500.000 Euro investierte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in die 2016 begonnene Maßnahme.

Die teils feuchtegeschädigten Fassaden wurden gründlich in die Kur genommen. Im Vordergrund stand die Konservierung von Mauerwerk und Putzflächen. Entscheidend für die Farbgebung  war die Situation an der Grabenseite. Dort hatte die aufsteigende Feuchte aus dem Burggraben im Lauf der Jahrhunderte immer wieder Neuverputzungen nötig gemacht, auch die Farbfassungen mussten häufig erneuert werden. Bei der aktuellen Sanierung wurden die historischen Putze konserviert und Verluste ergänzt. Da das Feuchteproblem nach wie vor besteht, lag der Verzicht auf eine zusätzliche Farbfassung nahe - denn schon nach wenigen Jahren wären erste unansehnliche Schäden zu erwarten. Stattdessen wurde der spezielle Sanierputz in der Farbe des Mauerwerks eingefärbt, so dass bei möglichen Putzverlusten das Erscheinungsbild kaum beeinträchtigt wird. Die restaurierten und teils erneuerten Sandstein-Fenstergewände erhielten eine Fassung mit roter Lasur, die sich aus den Befunduntersuchungen ergab. Die Farbe der Hoffassade orientiert sich an der der Grabenseite. Auch das Fachwerk erhielt dort die Fassadenfarbe. Es war ursprünglich verputzt und erst im 20. Jahrhundert freigelegt worden. Bestimmend ist nun wieder der homogene historische Eindruck. Auch sämtliche Fenster und Außentüren wurden wiederhergestellt.

Das Justiz- und Rentamt spiegelt auf anschauliche Weise die bewegte Baugeschichte der Wasserburg Kapellendorf wider. In den Wänden der Grabenseite sind Teile des spätmittelalterlichen Mauerrings enthalten, einer der mittelalterlichen Wehrtürme wurde als hervortretendes Bauteil integriert. Sie stammen aus der Zeit, als die Stadt Erfurt die bis dahin recht kleine Wasserburg erworben und durch einen äußeren Mauerring deutlich vergrößert hatte. Ab dem 17. Jahrhundert war die Wasserburg Sitz des Amtes Kapellendorf, das zum Herzogtum Sachsen-Weimar gehörte. Unter Verwendung der nicht mehr benötigten Wehranlagen wurden nach und nach Nutzbauten errichtet. Im Justiz- und Rentamt hatte der Amtmann seinen Sitz, der über die Abgaben Buch führte, mit der Regierung in Weimar korrespondierte und in bestimmten Fällen stellvertretend die Gerichtsbarkeit wahrnahm. Von außen ist das Amtsgebäude nun wieder in seiner einstigen Bedeutung wahrnehmbar.

Am Tag des offenen Denkmals, dem 10. September, bietet die Wasserburg Kapellendorf ein besonderes Programm. Um 10 Uhr gibt es eine Burg- und Baustellenführung mit Kuratorin und Burgverwalterin Marie Linz. Um 14 Uhr findet für Kinder im Grundschulalter eine Buchlesung mit dem Ritter Michael und dem kleinen Drachen Emil statt. Im Anschluss lädt die Wasserburg zu Kaffee und Kuchen. Die Veranstaltungen sind kostenlos.

Abbildung:

- Wasserburg Kapellendorf, Justiz- und Rentamt, sanierte Fassade an der Grabenseite, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Franz Nagel

 
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