Home | Kontakt | 
Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Spektakuläres Ende eines Exoten

 
2017-08-07

Im Schlosspark Altenstein blüht eine Agave

Im Schlosspark Altenstein in Bad Liebenstein blüht zum ersten Mal seit etwa 100 Jahren eine Agave, ein im Leben dieser Pflanze einmaliges und eindrucksvolles Ereignis. In den vergangenen Wochen schob die Kübelpflanze einen fünf Meter hoch aufragenden Blütenstengel hervor, nun sind 21 Blütenstände ausgebildet. Mehrere Monate lang wird die Blüte nun voraussichtlich zu erleben sein.

In früheren Jahrhunderten war die Blüte der Agave eine Sensation und wurde als göttliches Zeichen gewertet. Mit großem Aufwand wurden diese aus Mittelamerika stammenden Exoten vor allem in fürstlichen Orangerien gepflegt, immer in der Erwartung der einmaligen Büte. Trat sie nach mehreren Jahrzehnten ein, wurden der hoch aufragende Blütenstengel vermessen und die Blüten genau ausgezählt. Vor allem im 18. Jahrhundert machte man dann das Ergebnis mit Berichten, Druckgraphiken und sogar extra geprägten Medaillen publik. Schließlich konnte man auf diese Weise die gottgewollte Bedeutung der Dynastie unterstreichen.

Im 19. Jahrhundert gewann die Agave americana, wie sie botanisch heißt, an Bedeutung in der Zierpflanzengärtnerei. Auf Schloss Altenstein beispielsweise spielt sie eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit den Teppichbeeten im Umfeld des Schlosses. Auf die Blüte kam es dabei weniger an, denn die Pflanze stirbt danach ab. Vielmehr rückten Form und Farbe der Blätter in den Vordergrund. Dennoch ist eine bühende Agave auch heute noch ein Höhepunkt für Gärtner und Besucher. Denn eine Agave kann etwa 50 Jahren leben, bis das passiert. Auf Schloss Altenstein hat es bei der aktuell blühenden Agave nur rund 30 Jahre gedauert.



Abbildung:

Bad Liebenstein, Schlosspark Altenstein, blühende Agave (Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Ulrich Muschiol)

 
« zurück