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Sommerblumenpracht für die Herzogliche Orangerie Gotha

 
2017-05-29

Pflanzungen beginnen

Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein locken der reiche Blütenflor der Schmuckbeete und die exotische Pflanzen, wie Orangen, Zitronen, Lorbeer und Palmen zahlreiche Besucher in die Herzogliche Orangerie Gotha. Dabei war der barocke Orangeriegarten ursprünglich im 18. Jahrhundert ein einfaches, grünes Rasenparterre mit breiten Kieswegen, auf denen im Sommer die umfangreiche herrschaftliche Sammlung der kostbaren Orangeriepflanzen präsentiert wurde – keine Spur also von üppiger Sommerblütenpracht. Erst um 1830 entstanden auf Geheiß Herzog Ernsts II. von Sachsen-Coburg und Gotha die ersten aufwendigen Blumenbeete in der Orangerie: „Seitdem Eure Herzogliche Durchlaucht die hiesigen Anlagen einiger huldreichster Aufmerksamkeit zu würdigen gewünscht haben, sind … eine Menge Blumenbeete entstanden. Die Verschönerung, die dadurch den Umgebungen der Stadt verschafft wird, ist nicht zu verkennen; aber es dürfte auch nicht zu verkennen sein, dass eine so große Anzahl von Blumenbeeten mehr Arbeit, Wartung und Aufsicht verlangen, als bislang nöthig gewesen ist. Wenn wir, um diese Blumenbeete und die Anlagen überhaupt in gutem Zustand zu erhalten, die Mittel nicht beschränken lassen möchten, welche der Etat bisher dargeboten hat, so dürfte dies das Mindeste einer bescheidenen Bitte sein….“ Kurz nach 1900 wurde das Orangerieparterre intensiv umgestaltet und mit Beeten in der Mittelachse ausgeschmückt. Die Vielfalt der Formen und Farben der Schmuck- und Teppichbeete schien unerschöpflich. Große, runde und sternförmige Beete sowie schmale, oft verschlungene Bordüren zierten die Rasenspiegel. Zusammen mit den exotischen Orangeriepflanzen entstand das überschwängliche Bild eines Paradiesgartens.

Wie vor 100 Jahren werden auch heute noch die Schmuckbeete in der Orangerie von den Parkgärtnern bepflanzt. Sie setzen eine Gartentradition fort, die vielerorts verloren gegangen ist. Im Frühjahr schmücken tausende Tulpen, Narzissen, Kaiserkronen, Primeln, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen die Beete. Bereits im Winter werden Fuchsien, Bleiwurz, Kartoffelblume und Dahlien für die Sommerbepflanzung im Treibhaus vorgezogen. Ab Mitte Mai kommen die Pflanzen ins Freie. Die Beete werden mit einjährigen oder nicht winterharten Blumensorten wie Pelargonien, Vanilleblumen, Verbenen, Petunien, Salbei, Pantoffelblumen und Lobelien bepflanzt. Dabei orientieren sich die jährlich wechselnden Pflanzbilder, Muster und das Pflanzensortiment am Zustand der Orangerie Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Anlage ihren letzten gestalterischen Höhepunkt erreichte. Auch sehr alte Kultursorten wie Weinraute, Muschelblume oder Kapuzinerkresse finden Verwendung. Insgesamt werden im Orangeriegarten pro Saison rund 30 000 Blumen gepflanzt. Von Ende Juli bis Anfang August erreicht die Blütenpracht ihren Höhepunkt. Die Vielfalt der Blüten- und Blätterfarben verschmilzt ineinander wie Emaille.

Ab dem 29. Mai werden die Sommerblumen in die Beete gepflanzt. Dass es wieder so viele Blumen sind, ist einer großzügigen Spendenaktion der „Gothaer Blumenkinder“ zu danken. Der Blütenzauber bildet auch den Rahmen für das Orangenblütenfest am 18. Juni. Dann feiert der Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e.V. gemeinsam mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und den zahlreichen Besuchern und Unterstützern den Beginn der Sommersaison in der Orangerie. An diesem Tag bietet die Parkverwaltung um 10.30 Uhr und 14.00 Uhr Sonderführungen zum Thema der Blumenbepflanzung in der Herzoglichen Orangerie Gotha an. Besucher, Pflanzenliebhaber und Orangeriefreunde sind herzlich dazu eingeladen.

Foto: Herzogliche Orangerie Gotha mit Sommerbepflanzung 2016
Bildnachweis: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Constantin Beyer

 
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