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Johannes Brahms auf Schloss Altenstein

 
2017-05-07

Johannes Brahms auf Schloss Altenstein

Eröffnung der Brahms-Gedenkstätte mit Exponaten aus der Renate-&-Kurt-Hofmann-Sammlung ‚Schloss Altenstein’

Dass Johannes Brahms im letzten Drittel seines Lebens häufig Gast am Meininger Hof war und mit der Hofkapelle musizierte, war in der Musikszene weitgehend bekannt. Auch, dass er ein nahezu freundschaftliches Verhältnis zu Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen und dessen dritter Ehefrau, der Freifrau Helene von Heldburg pflegte. Dass Brahms 1894 und nochmals 1895 auch Schloss Altenstein besuchte, war dabei fast unbekannt. Das änderte sich durch die Forschungen und das Engagement des Ehepaars Prof. Renate und Prof. Kurt Hofmann für den Altenstein. Die beiden ausgewiesenen Brahms-Experten aus Lübeck haben im Laufe ihrer Beschäftigung mit dem Komponisten eine beachtliche Sammlung an „Brahmsiana“ zusammengetragen.

Einen Teil dieser Sammlung sowie eine Sammlung erlesener historischer Snuff bottles (Schnupftabakfläschchen) überließen die Professores Hofmann der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit der Auflage, Stücke daraus im Schloss Altenstein zu zeigen. Dies war Auftakt und Anlass für die Schlösserstiftung, das 1982 ausgebrannte Schloss zu sanieren.

Noch laufen die Arbeiten im Schloss, doch ab dem 7. Mai, Geburtstag von Johannes Brahms, wird die Brahms-Gedenkstätte im ersten Obergeschoss eröffnet. Gezeigt werden Fotos, Briefe und Druckwerke, die die Beziehungen zwischen Johannes Brahms und dem Meininger Hof illustrieren. Briefe und Fotos machen lebendig nachvollziehbar, wie eng der Austausch des weltberühmten Komponisten mit der Meininger Hofkapelle war und wie ernsthaft sich Herzog Georg II., auch als „Theaterherzog“ bekannt, mit künstlerischen Details auseinandersetzte. Die Fähigkeiten der Meininger Musiker zogen Brahms mehrfach nach Meiningen, wo er Aufführungen seiner Kompositionen leitete.

1894 folgte er der mehrfach ausgesprochenen Einladung des Herzogspaars auf Schloss Altenstein und verbrachte dort einige Tage. Hier war es weitgehend möglich, frei von den Zwängen des höfischen Lebens Gespräche zu führen und auch zu musizieren. 1895 kam es nochmals zu einem dreitägigen Aufenthalt in dieser Idylle.

Zwei Räume sind im Obergeschoss von Schloss Altenstein zu besichtigen. Der eine konzentriert sich auf Brahms, der zweite ist als Chinesisches Kabinett eingerichtet, das an die auch auf dem Altenstein gepflegte Chinamode des 18. und 19. Jahrhunderts anknüpft. Dort bilden Snuff bottles einen Schwerpunkt. Diese kleinen Gebrauchsgegenstände führen in den ostasiatischen Museen in Deutschland eher ein Schattendasein. Auf dem Altenstein werden sie in großer Zahl in den Mittelpunkt gerückt. Unzählige Fläschchen zeigen die außerordentliche Formenvielfalt, mit der man über Jahrhunderte dem Tabakschnupfen einen besonderen Glanz verlieh. Die Snuff bottles stammen großenteils aus China. Sie wurden aus allen denkbaren Materialien hergestellt, vorwiegend jedoch aus Porzellan, Glas und Metall. Oft sind sie kunstvoll glasiert oder bemalt. Auch Fläschchen aus Stein, Elfenbein, Schildpatt oder Holz sind zu bewundern. Abgerundet wird die Präsentation durch chinesische Kleinkunst von Elfenbeinschnitzereien über Porzellan bis hin zu aufwendigen Emaillekunstwerken.

Während der Sanierungszeit von Schloss Altenstein ist die Brahms-Gedenkstätte nur an Sonntagen, an Oster- und Pfingstmontag zu besuchen. Aus Brandschutzgründen sind nur Führungen in Kleingruppen von maximal zwölf Personen möglich. Jeden ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr wird eine öffentliche Führung angeboten.

Erste Führungen sind am 28. Mai möglich. Informationen und Anmeldungen zu Führungen durch die Brahms-Gedenkstätte erteilt der Förderverein Altenstein-Glücksbrunn e.V. unter der Tel. Nr. 036961 / 33401 bzw. die Tourist-Information Bad Liebenstein GmbH unter der Tel.Nr. 036961 / 69320.

Die Einrichtung der Brahms-Gedenkstätte ist der erste Schritt zur Sanierung von Schloss Altenstein. Die weitere Sanierung umfasst die Wiederherstellung des Festsaals und des Treppenhauses in ihrer historischen Gestaltung, die Schaffung eines Konzertsaals sowie von Räumlichkeiten für Gastronomie und Seminare im Erdgeschoss.

 
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