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Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Frühlingserwachen mit Wermutstropfen in der Herzoglichen Orangerie Gotha

 
2017-03-29

Einsparungen bei der Wechselflorbepflanzung notwendig

„Endlich - nach dem langen, grauen Winter ist wieder Pflanzzeit!“ freuen sich die Parkgärtner. Inzwischen sind die Pflanzarbeiten im Gartenparterre der Herzoglichen Orangerie Gotha abgeschlossen. Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurden über 10 000 Tulpenzwiebeln und Narzissen in die Beete gesteckt. Nun folgten die Frühjahrsblüher Vergissmeinnicht, Tausendschönchen, Primeln und Goldlack – insgesamt 6 000 Pflanzen. Wegen des hohen Aufwands und der relativ kurzen Blühzeit werden im Frühjahr immer nur die mittleren Bereiche des Orangeriegartens bepflanzt.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts auf Geheiß des Herzogs Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha erste Blumenbeete zur Ausschmückung des Orangerieparterres angelegt wurden, gab es in der Orangerie neben den wertvollen Orangeriepflanzen in Kübeln und Töpfen immer Beete für die jahreszeitliche Wechselflorbeflanzung mit Blumen und Stauden. Je nach Anspruch variierten die Pflanzungen im Laufe der Geschichte in ihrem Umfang und in ihrer Gestaltung. In puncto Üppigkeit und Pracht kam es Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Höhepunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Pflanzungen verändert und stark vereinfacht. Seit 1996 werden im Orangeriegarten wieder prächtige Sommerblumenbeete nach historischen Vorlagen aus der Zeit um 1920 präsentiert.

Aufgrund der Haushaltssituation sieht sich die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in diesem Jahr veranlasst, auch bei der Parkpflege Einsparungen vorzunehmen. Für die Herzogliche Orangerie Gotha bedeutet das erstmals seit 20 Jahren eine starke Reduzierung der aufwendigen Sommerbepflanzung. Von den in den vergangenen Jahren rund 15 000 verwendeten Sommerblumen kann in diesem Jahr nur ein Bruchteil präsentiert werden. Ähnlich wie bei der Frühjahrsbepflanzung wird nur die Mittelachse bepflanzt. Dort werden etwa 3 000 Pflanzen gesetzt, darunter Sorten von Salbei, Pelargonien und Tagetes.

Abblidung: Orangerie im Herzoglichen Park Gotha mit Frühjahrsbepflanzung, Foto: J. Scheffler

 
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