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Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Perspektiven für Schloss Molsdorf mit Park

 
2016-11-10

Schloss Molsdorf nahe Erfurt zählt zu den eindrucksvollsten Barockschlössern Thüringens. Seine Geschichte ist untrennbar mit seinem einstigen Besitzer, Graf Gotter, verbunden. Dieser machte die einstige Anlage zu dem, was sie heute ist. Aus einer Wassersburg wurde ein heiteres Barockschloss.

In den letzten Jahren wurde von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten einiges unternommen, um den besonderen Charakter des barocken Schlosses und seiner Parkanlage wieder authentischer erlebbar zu machen.

So entstehen die privaten Räume Graf Gotters nach historischen Vorbildern neu und es konnte in Kooperation mit der Stadt Erfurt der äußere Schlosshof in seiner historischen Gestalt wieder hergestellt werden. Es handelt sich um die repräsentative Auffahrt an der Nordseite des Schlosses, die eine entscheidende Rolle für die Selbstdarstellung des Schlossherrn spielte.

Dies gab den Auftakt zur Fassadensanierung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass zunächst die Fenster bearbeitet werden. Sie stammen aus drei verschiedenen Zeiten, darunter Originalfenster des 18. Jahrhunderts, sowie weitere aus dem 19. Jahrhundert und auch jüngere Ergänzungen. Zudem ist eine Konzeption zur Farbfassung auf Grundlage der historischen Befunde notwendig. Daran arbeiten derzeit die Restauratoren. Mit dieser Konzeption soll dann schrittweise in den nächsten Jahren die Sanierung der Fassade erfolgen. Inzwischen sind die Fenster der Nordseite repariert bzw. erneuert.

Im Park wird peu a peu an der Umsetzung der gartendenkmalpflegerischen Zielstellung gearbeitet. Sie ist der Leitfaden für kleinere und größere Wiederherstellungsmaßnahmen. Hierzu gehört beispielsweise der Rückbau der aus den 1930er Jahren stammenden Terrasse an der Gartenseite des Schlosses, außerdem die Wiederherstellung von zwei Blumenbeeten im Pleasureground und zwei Rasenflächen in Dreiecksform vor dem Schloss. Ferner wurden Pflanzungen nach historischen Quellen ergänzt.

Aktuell werden im Umfeld des Gartenpavillons Einbauten abgebrochen, die nicht zur ursprünglichen Gestaltung gehören und das Erscheinungsbild des Parks beeinträchtigen, etwa ein Toilettengebäude und die kaputte Terrasse aus Betonplattenbeide am Gartenpavillon, beides um die Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden. Außerdem werden zwei abgestorbene Winterlinden ersetzt.

Ein weiteres Projekt im Park ist die Instandsetzung der Gewässer. Für die Entschlammung sind strenge naturschutzrechtliche Auflagen zu beachten, da der Parkteich als Flora-Fauna-Habitat besonders geschützt ist. Die Beseitigung des Schlamms und vor allem seine Entsorgung sind zudem mit großem finanziellem Aufwand verbunden.

Auch die Versorgung der Gewässer muss neu überdacht werden, da der Bau der nah vorbeiführenden Autobahn für Veränderungen in der Wasserzufuhr gesorgt hat. Als Lösung ist ein eigener Brunnen im Gespräch.

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat seit Übernahme der Anlage 1998 rund 2,5 Millionen Euro investiert. Um die notwendigen künftigen Investitionen zu bewältigen, werden allerdings Fördermittel benötigt und die Möglichkeiten dafür derzeit geprüft. Von Vorteil sind dabei Partnerschaften. So ist beispielsweise die Sanierung der angrenzenden Friedhofsmauer als gemeinsames Förderprojekt mit Kommune und Kirchgemeinde angestrebt.

 
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