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Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Greiz

Sommerpalais und Fürstlich Greizer Park, Landkreis Greiz

 

Sommerresidenz des Hauses Reuß Älterer Linie, frühklassizistisches Palais von 1769 mit Landschaftspark von Carl Eduard Petzold und Rudolph Reinecken von 1878. Im Park dendrologische sowie gartenarchitektonische Besonderheiten wie das Pinetum und der See

Die ostthüringische Stadt Greiz, auch „Perle des Vogtlandes“ genannt, war der Inbegriff Thüringer Kleinstaaterei. Auf dem Stadtgebiet der Gegenwart bestanden zuzeiten die vier Reußischen Residenzen Obergreiz, Untergreiz, Dölau und Rothental, deren Grenzen mitten durch die Altstadt verliefen. Erst nach dem Aussterben der Linie Untergreiz im Jahr 1768 wurde diese Trennung aufgehoben. Die Greiz berührende „Reußische Fürstenstraße“ erinnert an diese Epoche ebenso wie das zum Wahrzeichen der Stadt gewordene, 1225 erstmals als Burg erwähnte Obere Schloss, die Residenz der Fürsten Reuß ä.L.

Da es für einen Ort, an welchen sich die fürstliche Familie vom Hofalltag zurückziehen konnte, weder im Oberen Schloss auf dem Bergkegel noch in dem damals am Stadtrand, nunmehr im Zentrum gelegenen Unteren Schloss hinreichend Platz gab, orientierte sich der regierende Fürst Heinrich XI. Reuß (1722–1800) auf den seit etwa 1650 bestehenden Lust- und Küchengarten in der Elsteraue unterhalb des Schlossbergs.

Anstelle eines Vorgängerbaues initiierte er hier den bis 1769 errichteten Neubau des Sommerpalais. Die aufwändige Ausstattung dauerte bis 1778 an. Bis 1783 kam die Neugestaltung des Gartensaals hinzu. Nordöstlich des Palais wurde ein erster landschaftlich gestalteter Gartenbereich angelegt, dessen Besonderheit das einzigartige Pinetum ist – eine Sammlung einheimischer wie exotischer Nadelgehölze. Nachdem ein Hochwasser den Lustgarten zerstört hatte, begann man mit der Anlage eines Landschaftsparks rund um das Sommerpalais.

Im 19. Jahrhundert wurde die wirtschaftlich aufstrebende Stadt an die Eisenbahn angeschlossen. Deren zunächst geplanter Trassenverlauf hätte das Areal empfindlich gestört und stieß darum auf die konsequente Ablehnung des Reußischen Hauses. Man fand Kompromisse. Die ausgehandelte Neuplanung des Streckenverlaufs ermöglichte nicht nur die für ein Refugium wünschenswerte Ruhe, sondern spülte auch einiges Kautionsgeld in die fürstliche Schatulle. Dies nutzte Heinrich XXII. Reuß, um den renommierten Pückler-Schüler und zeitweiligen Weimarer Hofgärtner Carl Eduard Petzold mit der Planung des heute rund 45 Hektar großen Greizer Landschaftsparks zu beauftragen.

Für die Umsetzung seiner Entwürfe empfahl Petzold mit Erfolg den ihm aus Muskau gut bekannten Gärtner Rudolph Reinecken. Zu sagen, dass die Gesamtanlage dessen Handschrift trägt, stellt nicht Petzolds Grundideen in den Schatten. Wohl aber hat Reinecken über die fünf Jahrzehnte seines Wirkens in Greiz manches von Petzold Entworfene in Frage gestellt, sich da und dort Abweichungen gestattet und sogar vollkommen Neues hinzugefügt. Höhepunkte der Parkanlage, die als ein in Thüringen unvergleichbares Beispiel spätklassischer landschaftlicher Gartenkunst geschätzt wird, sind neben dem bereits erwähnten Pinetum der etwa acht Hektar große Binsenteich in der Mitte des Parks, die Lindenallee und die Rotunde. Das "Weiße Kreuz", nach dem frühen Tod der Fürstin Sophie, Gemahlin Heinrich XX. Reuß älterer Linie errichtet, schließt ebenso eine wunderbare Sichtachse ab wie der an eine Fürstenhochzeit erinnernde rundum offene Gasparinentempel. Der Pleasureground und der Blumengarten am Sommerpalais sind im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts reich mit Schmuckbeeten und Kübelpflanzen ausgestattet.

In dem vom Reußischen Wappen geschmückten Giebel des Sommerpalais ließ der Bauherr die Inschrift „Maison de belle retraite“ (Haus der schönen Zuflucht) einarbeiten. Das mit seiner Fassade nach Süden, und nicht wie beim Vorgängerbau auf das Obere Schloss, ausgerichtete Bauwerk verdeckt mit seiner Architektur geschickt den Hauptzweck seines Entstehens, in dem die herrschaftlichen Wohnappartements ihren ungestörten Platz hinter dem als Orangerie genutzten Gartensaal fanden. Im ersten Obergeschoss bildet der – ebenso wie die Orangerie reich mit Stuck ausgestattete – Festsaal, den Mittelpunkt der fürstlichen Wohnräume. 

Das Gebäude wurde 2005 bis 2011 bei laufendem Betrieb saniert. Die Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz mit ihren etwa 1000 druckgrafischen Blättern in Schabkunsttechnik, mehreren tausend, meist vor 1850 entstandene Landkarten, Schlachtenplänen, Veduten und Atlanten, mit den Karikaturen aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie mit der zeitgenössischen Karikaturensammlung „SATIRICUM“ erhöht die touristische Anziehungskraft von Sommerpalais und Park Greiz.

Kontakt

Schlossverwaltung
Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung

Frau Büttner
Postfach 11 46
07961 Greiz

Greizer Park 1
07973 Greiz

T: 0 36 61/70 58 19
F: 0 36 61/70 58 25
pia.buettner@sommerpalais-greiz.de

Parkverwaltung Fürstlich
Greizer Park

Frau Riemann
Parkgewächshaus 1
07973 Greiz

T: 0 36 61/6 12 26 24
Mobil: 01 52/09 53 40 68
F: 0 36 61/6 12 26 25
parkverwaltung@greizerpark.de

Förderverein

Freundeskreis Greizer Park e.V.
Vorsitzender Mario Walther
PF 1161
07961 Greiz

post@parkfreunde-greiz.de

www.greizer-parkfreunde.de

Sommerpalais und Fürstlich Greizer Park

Parkmöglichkeiten
gebührenpflichtiger Parkplatz für PKW 300 Meter entfernt oder kostenfreier Parkplatz für 2 Stunden 250 Meter entfernt

Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung mit Satiricum
Führungen nach Vereinbarung
T: 0 36 61/70 58 0
F: 0 36 61/70 58 25
info@sommerpalais-greiz.de

www.sommerpalais-greiz.de

Öffnungszeiten
Apr-Sep: Di-So 10-17 Uhr
Okt-Mär: Di-So 10-16 Uhr
Oster- und Pfingstmontag geöffnet
am 24./25./31. Dez sowie am 1. Jan geschlossen

Eintrittspreise

Erwachsene 4,- Euro
ermäßigt 2,- Euro
Familienkarte 9,- Euro
Schulklassen inkl. Führung 1,- Euro/Pers.
Kinder bis 6 Jahre frei
Grundschulklassen frei
Kindergartengruppen frei
Führungen 25,- Euro
Jahreskarte mit Namen, nicht übertragbar 30,- Euro

Bei Sonderausstellungen können gesonderte Eintrittspreise gelten.

Brandt Café – Rösterei & Café
T: 0 36 61/ 45 56 88
Di, Mi, Fr 12-17 Uhr
Sa/So 13-18 Uhr
Gruppen ab 10 Personen bitte einen Tag vorher telefonisch anmelden

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