Faszinierende Schlösserwelt Thüringen

Kloster Veßra

Kloster Veßra, Landkreis Hildburghausen

 

Prämonstratenserkloster von 1131, Hauskloster der Grafen von Henneberg. Klosterkomplex mit dreischiffiger, kreuzförmiger Pfeilerbasilika sowie Henneberger
Kapelle, Klausurgebäuden und Wirtschaftsgebäuden

Wo die Schleuse in die Werra mündet, zwischen den Städten Themar im Süden und Schleusingen im Osten, erhebt sich das ehemalige Prämonstratenserkloster Veßra. Es zählt zu den wichtigsten Klostergründungen des frühen Mittelalters in Deutschland sowie architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmalen in Thüringen. Schon von weitem zeigt sich dem Ankommenden der markante doppeltürmige Westbau der Kirche. Obwohl diese völlig ausbrannte, prägt sie selbst als Ruine das komplett von der einstigen Klostermauer umgebene, zirka sechs Hektar große Areal.

Graf Gotebold II. und dessen Gemahlin Luitgard vom damals mächtigsten Adelsgeschlecht der Region, den Hennebergern, gründen im Jahr 1131 das ursprünglich nur für Chorherren, dann aber bis um 1175 auch Nonnen offenstehende Kloster. Über die Jahrhunderte wird baulich ergänzt, erweitert, verändert. Umbauten in der um 1140 errichteten Kirche und dem Kloster folgen bis ins 16. Jahrhundert. Beispielsweise wird im 14. Jahrhundert in die Kirche ein Lettner eingebaut, der noch in Resten erhalten ist. Als Graf Georg Ernst von Henneberg 1544 zum lutherischen Glauben übertritt, vollziehen die Mönche des Klosters den gleichen Schritt, so dass erst 1573 das Kloster aufgelassen und zum gräflichen Kammergut bestimmt wird. 1677 findet hier ein Gestüt sein Domizil, das Pferde für das Militär von Sachsen und Preußen liefert. Als 1939 bei Drescharbeiten ein Feuer ausbricht, welches die Kirche weitgehend zerstört, ist die auf kreuzförmigem Grundriss errichtete dreischiffige Pfeilerbasilika längst zum landwirtschaftlichen Lagerraum umgenutzt und mit Zwischen- und Schüttböden ausgestattet. Auch Friedrich Schinkels Visite in Veßra ein Jahrhundert zuvor bewirkte nicht, dass die Kirche restauriert wird. Bis 1990 wird das Klostergelände sowohl landwirtschaftlich als auch museal, ab dann ausschließlich als Hennebergisches Museum genutzt. Aus der Region hierher umgesetzte Fachwerkhäuser sowie eine 2013 eröffnete Landmaschinenausstellung werten das Freilichtmuseum zusätzlich auf.

Seit Oktober 1994 befindet sich Kloster Veßra in der Obhut der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die für Freiluftkonzerte genutzte Kirchenruine ist großflächig steinkonservatorisch behandelt. Vom klösterlichen Leben in Veßra zeugen noch weitere Baulichkeiten, unter anderem Reste der ehemaligen Klausur, der Südflügel mit Refektorium, das Torhaus nebst Torkirche und zwei Kapellen. Die größere der Kapellen diente den Hennebergern als Grablege.

Kontakt

Schlossverwaltung
Kloster Veßra

Frau Wagner
98660 Kloster Veßra

T: 03 68 73/6 90 34
F: 03 68 73/6 90 49
info@museumklostervessra.de

Klosterareal

Parkmöglichkeiten
42 PKW- 150 Meter und 2 Busparkplätze 100 Meter entfernt

Hennebergisches Museum
Kloster Veßra

Museum für regionale Geschichte und Volkskunde, historische Klosteranlage,
Fachwerkhäuser aus dem Henneberger Land, Ausstellungen zur Klostergeschichte sowie Sonderausstellungen, Ausstellung „ErlebnisLandwirtschaft“

Öffnungszeiten
Apr-Okt: 9-18 Uhr
Nov-Mär: 10-17 Uhr
Nov-Apr Mo geschlossen
Ostermontag geöffnet
Einlass bis eine Stunde vor Schließung

Audioguides zur Klosteranlage
im Rahmen der TRANSROMANICA für Erwachsene (deutsch und englisch) und Kinder (deutsch)

Eintrittspreise
Erwachsene 6,- Euro
Kinder 4,- Euro
ermäßigt und Gruppen ab 20 Pers. 4,- Euro/Pers.
Familienkarte 12,- Euro
Schulklassen 2,‑ Euro/Kind
Kinder bis 5 Jahre frei,
Jahreskarte Einzelperson 20,- Euro
Familie 40,- Euro

Führungen
Einführung (20 min.) 10,- Euro
Überblicksführung (45-60 min.) 20,- Euro,
Spezialführung (ca. 90 min.) 40,- Euro
Führungen für Gruppen nach Vereinbarung

T: 03 68 73/6 90 30
F: 03 68 73/6 90 49
info@museumklostervessra.de

www.museumklostervessra.de